Give (your inner) peace a chance

Das kennst Du sicher auch: Situationen, in denen Du Dich ungerecht behandelt oder angegriffen fühlst... Situationen, in denen Du am liebsten vor Wut über die Ungerechtigkeit an die Decke gehen würdest, um dem Übeltäter mal ordentlich den Marsch zu blasen. In der Regel fühlt man sich danach null Komma nix erleichtert und erreicht auch kein Einsehen oder gar Entschuldigen auf der anderen Seite, sondern lässt die Lage nur eskalieren. 

 

Mir erging es kürzlich genauso. In einem Moment, in dem ich gerade ganz im Einklang mit mir und der Welt und von einer glückseligen Stille erfüllt war, wurde ich unfreiwillig Zeuge wie jemand hinter meinem Rücken über mich herzog (meine Anwesenheit wurde offenbar nicht bemerkt). Im ersten Moment konnte ich gar nicht glauben, was ich da hörte (ich gehöre zu den seltsamen Wesen, die der Meinung sind, dass man Probleme offen ansprechen sollte, Lästereien finde ich kindisch und nicht zielführend), fühlte aber im nächsten Momente einen Wutball in meinem Bauch aufsteigen, der zusammen mit einer ordentlichen Portion Hitze (ja, ja - das Pitta-Dosha...) nach oben stieg, schließlich meinen Kopf erreichte und meine Lippen zum Zittern brachte. Mein erster Impuls war, aufzuspringen, und meiner Wut und Enttäuschung freien Lauf zu lassen. 

 

Noch während ich den Wut-Vulkan in mir wachsen sah, nahm ich noch eine weitere Stimme in meinem Herzen wahr... eine, die mir sagte, dass es das doch wirklich nicht wert sei, mir meine friedliche innere Ruhe zerstören zu lassen... eine Stimme, die mich noch einmal tief durchatmen lies... eine, die mich erkennen lies, wie viel besser es ist, zu agieren, anstatt zu reagieren... eine, die mir zuflüsterte, dass ich Herrin über meine Gefühle bin, dass ich selbst entscheiden kann, ob es sich lohnt für eine Sache auf die Barrikaden zu gehen oder eben nicht. Und in eben jenem Moment entschied ich mich ganz bewusst dafür, nicht dem Wutimpuls zu folgen, sondern stattdessen in diesem Moment der Stille zu bleiben. 

 

Das bedeutet nicht, dass ich das Gehörte ignorierte. Nein, ganz und gar nicht. Aber anstatt willenlos von einer Wutwelle hinfortgetragen zu werden, habe ich die Situation nochmal mit ein bisschen Distanz betrachtet und mich ganz bewusst für eine Reaktion entschieden. 

 

Das bedeutet auch nicht, dass Emotionen keinen Raum bekommen sollen. Es ist wichtig, dass wir unsere Emotionen nicht unterdrücken, sondern sie ganz bewusst wahrnehmen. Aber oft ist es eben besser, ihnen nicht das Steuer in die Hand zu geben. Weisheiten wie "tief durchatmen" oder "abwarten und Tee trinken" haben eben doch ihre Berechtigung (wie gut, dass ich so ein Tee-Junkie bin...). 

 

In der oben beschriebenen Situation war ich auf jeden Fall sehr, sehr glücklich darüber, dass ich mir meinen friedlichen Moment nicht habe kaputt machen lassen, sondern dass ich in meinem inneren Frieden geblieben bin. Denn dieser war es eindeutig wert!

 

Give (your inner) peace a chance!

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